Für Marktanteile nimmt MIcrosoft auch Raubkopierer
Für Marktanteile nimmt MIcrosoft auch Raubkopierer
Für Marktanteile nimmt Microsoft auch Raubkopierer in Kauf
Seit kurzem wird beim Download des Internet Explorers 7 (IE7) kein Windows Genuine Advantage Test mehr durchgeführt. Somit kann der Browser auch für raubkopierte Windows-Versionen herunter geladen werden. Microsoft schiebt die Sicherheit als Grund für diese Entscheidung vor, doch es ist wahrscheinlicher, dass damit der zunehmenden Popularität von Firefox und anderen Browsern entgegen gewirkt werden soll.
Die vergangene Woche upgedatete Version des IE7 enthält das viel diskutierte Windows Genuine Advantage (WGA) Feature nicht mehr. „Wir finden, dass die Sicherheitsverbesserungen des IE7 gut genug sind, dass der Browser einer möglichst breiten Masse zugänglich gemacht werden kann. Und das bedeutet, die WGA-Verifizierung zu entfernen und den IE7 möglichst allen Windows-Usern zugänglich zu machen“, erklärt Steve Reynolds, Microsofts IE Programm-Manager.
Die offizielle Sprachregelung lautet also, dass Microsoft durch diese Maßnahme die Sicherheit der Anwender erhöhen will, denn der IE7 ist der bisher sicherste Browser von Microsoft. Er hat zum Beispiel ein Anti-Phising Tool, das laut Reynolds wöchentlich etwa 900.000 Phishing-Versuche blockiert.
Wenn auch Raubkopierer zukünftig den IE7 benutzen, können sich laut Microsoft Viren, Würmer und andere Internet-Attacken nicht so schnell ausbreiten – und das wiederum kommt Allen zu Gute.
Doch die Betonung von Microsofts Aussage scheint auf der ‚möglichst breiten Masse’ zu liegen, denn seit dem der IE7 vor einem Jahr auf den Markt kam, ist sein Marktanteil stetig gesunken. Laut Net-Applications fiel der Anteil von 81,3 Prozent im Oktober 2006 auf 77,9 Prozent im September 2007. Darüber hinaus wird die Konkurrenz durch Firefox, Safari, Opera und andere Browser immer größer. Firefox 2.0 hat derzeit einen Anteil von 13,7 Prozent und wächst gemäß Net-Applications so schnell wie kein anderer Browser.
„Ich denke, die Markt-Zahlen des IE7 sind Microsoft viel zu niedrig. Und das liegt wahrscheinlich auch daran, weil die User wegen Problemen mit WGA Bedenken hatten”, spekuliert Tristan Nitot, Präsident von Mozilla Europe.
Laut Schätzungen des Software-Giganten sind derzeit etwa 20 Prozent aller Windows-Kopien illegal. „Entweder ist Piraterei ein Problem oder nicht. Und Microsoft zeigt sich da jetzt sehr unentschlossen. Also muss man zu dem Schluss kommen, dass sie Piraterei tolerieren, solange es ihren Zwecken dient“, wettert Michael Cherry, Analyst bei Directions On Microsoft. Der Wegfall der WGA-Verifizierung wird sicher mehr Raubkopierer anziehen, und davon gibt es viele. Also ist zu erwarten dass der Marktanteil des IE7 als Resultat des Updates tatsächlich wieder wächst.
Quelle: www.computerzeitung.de